Vortrag in Rostock

Nach längerer Vortragspause von fast drei Jahren werde im am 29. September wieder einmal über Lateinamerika referieren. Anlass ist das Kolloquium zum 75. Geburtstag von Werner Pade, der unter andere Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern ist. Mein Thema soll heißen „Perspektiven utopischer Realpolitik“ und ich habe folgende Kurzbeschreibung dazu abgeliefert:

„Das Volk forderte wieder sein Recht zu träumen ein und, mehr noch, nahm seine Verpflichtung wahr, für diesen Traum zu kämpfen. Auf diese Weise kehrte die Idee der politischen Utopie in das nationale Bewusstsein zurück.“ (Hugo Chávez über die Zeit zwischen 1992 und 1998 in Venezuela)
Die Politik der Linksregierungen in Lateinamerika ist ohne „konkrete Utopien“ (Ernst Bloch) nicht denkbar. Ihre Inhalte sind unter anderem der Aufbau der Volksmacht, die Rückgewinnung der Souveränität, die Dekolonisierung und eine neue Wirtschaftsordnung. Gleichzeitig sind die Regierungen nicht nur durch die Mühen der Realpolitik immer in der Gefahr, sich von der Utopie zu lösen und vor allem den Machterhalt zu sichern. In dem Vortrag geht es darum, ob sich die Utopien konkretisiert haben und welche Rolle die Menschen dabei spielen. Führt die Politik wirklich zu mehr Demokratie und zu einer gerechteren Ordnung? Welche Hindernisse stehen dem intern und extern entgegen? Der Vortrag will anhand der wichtigsten Utopien und der realpolitischer Umsetzung eine knappe Bestandsaufnahme liefern. Den Abschluss sollen einige Überlegungen bilden, was eine Linke in Deutschland von den Linksregierungen und ihrer „Utopischen Realpolitik“ lernen kann.

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